Wer in Österreich eine Öl- oder Gasheizung durch eine Holz- oder Pelletheizung ersetzen möchte, muss sich auf das nächste Förderjahr einstellen. Das zuständige Bundesministerium (BMLUK) meldete am 10. Juli 2026, dass alle Mittel der Sanierungsoffensive 2026 abgeholt sind.
Von «Raus aus Öl und Gas» zur Sanierungsoffensive
Das frühere Programm «Raus aus Öl und Gas» war im Dezember 2024 abrupt gestoppt worden. Am 3. Oktober 2025 legte die Bundesregierung die Förderung unter dem Namen Sanierungsoffensive neu auf: 360 Millionen Euro pro Jahr von 2026 bis 2030, insgesamt 1,8 Milliarden Euro. Der maximale Fördersatz sank dabei von 75 auf 30 Prozent der Kosten.
Was 2026 für Holz- und Pelletheizungen galt
Laut dem Informationsblatt «Kesseltausch 2026» für Ein- und Zweifamilienhäuser betrug die Förderung für eine zentrale Holzheizung – mit Pellets, Hackgut oder Scheitholz – höchstens 8 500 Euro, begrenzt auf 30 Prozent der förderfähigen Kosten und unabhängig vom Einkommen. Zum Vergleich: Für eine Wärmepumpe gab es bis zu 7 500 Euro, für einen Fernwärmeanschluss bis zu 6 500 Euro.
- Der Kessel musste die Grenzwerte des Umweltzeichens UZ 37 in der Fassung von 2025 einhalten und einen Wirkungsgrad von mindestens 85 Prozent erreichen.
- Seine Leistung musste unter 100 Kilowatt liegen.
- Fernwärme hatte Vorrang: Eine Holzheizung wurde nur gefördert, wenn kein Anschluss möglich war oder die Holzheizung mindestens 25 Prozent günstiger kam als der Anschluss.
Nach der Registrierung blieben neun Monate Zeit, um das Projekt umzusetzen und den Antrag zu stellen.
Budget im Juli ausgeschöpft
Bereits am 2. Februar 2026 wurde der Sanierungsbonus für die thermische Sanierung geschlossen, um die Mittel für den Kesseltausch zu schonen. Am 10. Juli 2026 waren auch diese vergeben. Bereits eingereichte Registrierungen und Anträge bleiben laut Ministerium gültig; rund 53 000 Haushalte steigen demnach dank der Sanierungsoffensive 2026 von Öl oder Gas um. Geschlossen ist auch die Registrierung für «Sauber Heizen für Alle 2026», das Programm für einkommensschwache Haushalte.
Was für 2027 bekannt ist
Für 2027 bleibt das Budget bei 360 Millionen Euro, wird aber erstmals aufgeteilt: 179 Millionen Euro für den Kesseltausch und 181 Millionen Euro für die thermische Sanierung. Die genauen Förderbedingungen will das Ministerium im Herbst vorstellen.
Laut dem Fachmedium TGA sieht die Budgetrede vom 10. Juni 2026 vor, den Fördersatz beim Kesseltausch von 30 auf 20 Prozent zu senken, für rund 30 000 Heizungstausche pro Jahr. In den Unterlagen des Ministeriums haben wir diesen Satz nicht gefunden. Noch offen ist, wie hoch die Pauschalen für Holzheizungen ausfallen und ob die Fernwärme weiterhin Vorrang hat.
Die Branche drängt auf Klarheit. Die Bundessparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer fordert eine Vorregistrierung ab dem 1. September 2026 und stellt den Vorrang der Fernwärme in Frage. proPellets Austria schätzt, dass in Österreich noch rund 450 000 Ölkessel in Betrieb sind.
Was Sie jetzt tun können
- Planen Sie einen Kesseltausch, warten Sie die Bekanntgabe der Bedingungen für 2027 ab und registrieren Sie das Projekt dann rasch: 2026 war das Budget nach gut sieben Monaten vergeben.
- Informieren Sie sich zusätzlich über die Förderungen Ihres Bundeslandes; sie unterscheiden sich von Land zu Land.
- Wer bereits mit Holz oder Pellets heizt, ist von der Förderpause nicht betroffen: Unsere Holzpellets und unser Brennholz liefern wir auch nach Österreich.